Inspirierende Nachhaltigkeitsgeschichten aus Slowenien
Die internationale Organisation Green Destinations, die nachhaltige Reiseziele auf der ganzen Welt zertifiziert und sich dafür einsetzt, den Tourismus nicht nur zu Gunsten von uns Menschen, sondern auch zu Gunsten der Natur zu gestalten, hat seine alljährliche Liste der 100 grünsten Geschichten aus aller Welt veröffentlicht. Die Geschichten sind Beispiele für bewährte Praktiken, die als Inspiration für die globale Tourismusbranche dienen können. Unter die 100 inspirierendsten Nachhaltigkeitsgeschichten des Jahres 2023 haben sich auch sechs slowenische Reiseziele mit dem Nachhaltigkeitszertifikat „Slovenia Green“ eingereiht. Möchten Sie wissen, welche bewährten Praktiken aus Slowenien als Inspiration für weitere Nachhaltigkeitsmaßnahmen dienen können?


Kranj: The SOS Proteus Information Centre and the Tular Cave Laboratory
Wenn vom Grottenolm die Rede ist, denken die meisten zuerst an die Grotte von Postojna. Was viele wahrscheinlich nicht wissen: Knapp 80 Kilometer weiter nördlich, in den unterirdischen Gängen unter der Altstadt von Kranj, verbirgt sich ein ganz besonderes Labor, das eine wichtige Rolle bei der Erhaltung dieser bemerkenswerten Höhlentierart spielt. Im Infozentrum SOS Proteus erfahren die Besuchenden bei den Forschenden des Höhlenlabors Tular aus erster Hand alles über das Leben des Grottenolms in seinem unterirdischen Reich und über die Bedeutung sauberer Höhlengewässer für seine Existenz. Bei den Grottenolmen im Infozentrum handelt es sich um gerettete Tiere, die vom Hochwasser aus den Höhlen an die Oberfläche gespült wurden und dort nicht überlebt hätten. Das Höhlenlabor Tular ist eines von nur zwei derartigen Laboren weltweit, und zur Pionierarbeit der Forschenden unter der Leitung des Biologen Gregor Aljančič zählt unter anderem die Erforschung der Auswirkungen der Besuchenden auf den Grottenolm.
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Brežice: Traditionsveranstaltung Tag des Brotes, des Weines und der Wurstwaren
Brežice und seine Umgebung sind mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft und den günstigen Klimaverhältnissen ein hervorragender Ort für den Weinbau, der aber aufgrund des nachlassenden Interesses unter der jüngeren Einwohnerschaft allmählich abnimmt. Um die Erhaltung der Weinbautradition zu fördern, hat man in Brežice den Tag des Brotes, des Weins und der Wurstwaren ins Leben gerufen. Bei der Traditionsveranstaltung präsentieren sich lokale Weinbauern, Bäcker und Wurstwarenhersteller, aber auch Musikgruppen. Die Besuchenden haben die Gelegenheit lokale Weine, wie Bizeljčan, Modra Frankinja, Cviček und Rumeni Plavec zu probieren und anschließend die Degustationsgläser als Andenken mit nach Hause zu nehmen. An den Ständen duftet es nach frisch gebackenem Brot und beliebten lokalen Köstlichkeiten, wie Apfelstrudel und Buchweizenkuchen. Fleisch- und Wurstfans sollten Dauerwurstwaren aus dem Fleisch des Krškopolje-Schweins, einer autochthonen Schweinerasse aus der Region, probieren.
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Šalek-Tal: Die Geheimnisse der versunkenen Dörfer
Die Geschichte der geheimnisvollen versunkenen Dörfer ist ein äußerst interessantes Beispiel dafür, wie man die einzigartige Geschichte eines Reiseziels zu Gunsten der Besuchenden und der lokalen Umgebung nutzen kann. Das Geheimnis der versunkenen Dörfer ist ein echter Genuss für alle, die einen Blick in die Geschichte des Šalek-Tals werfen möchten. Durch das Fünf-Sterne-Erlebnis erhalten die Besuchenden einen Einblick in die Bergbautradition in einem der reichsten Braunkohleflöze der Welt und in die Folgen des intensiven Bergbaus. Nach einem Besuch im Slowenischen Kohlebergbaumuseum, bei dem es per Aufzug 160 Meter in den Untergrund geht, folgt eine Bootsfahrt auf dem Velenjer See mit virtuellem Tauchgang, bei dem sie die Entstehung der Seen, in denen die versunkenen Dörfer verborgen liegen, nacherleben können. Zum Abschluss des etwa vierstündigen Erlebnisses geht es in den wunderschönen Vista-Park am Seeufer, wo sie mit lokalen Köstlichkeiten verwöhnt werden
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Miren Kras: Projekt „Gemeinsam für den Karst“
iren Kras gilt als eines der grünsten Reiseziele in Slowenien, und auch im globalen Maßstab hat man das hiesige Nachhaltigkeitsengagement erkannt und unter die besten Beispiele für bewährte Praktiken eingereiht. Im Jahr 2022 wurden das Reiseziel und seine nähere Umgebung von einem verheerenden Waldbrand heimgesucht, der binnen 17 Tagen enorme Verwüstungen anrichtete. Doch im Karst gibt man sich nicht so schnell geschlagen. Die vier betroffenen Karstgemeinden haben die Ärmel hochgekrempelt und sich im Rahmen des Projektes „Gemeinsam für den Karst“ zusammengetan. Mit von der Partie sind auch das Forstamt Sloweniens und die gemeinnützige Stiftung „Vrabček upanja“, die für die Verwaltung der Spenden zuständig ist. Das gemeinsame Ziel ist es, diesen Teil des Karsts in seiner alten Pracht wiederherzustellen und den Tourismus wieder anzukurbeln. Neben der Wiederherstellung des Brandareals ist auch ein neuer grüner Wanderweg geplant, der den Wandernden die Bedeutung des Klimawandels und des Umweltschutzes vor Augen führen soll.
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Ljubljana: Kreative handwerkliche Workshops
Dass Ljubljana zu den grünsten Hauptstädten Europas gehört, beweist es unter anderem durch seine inspirierenden Geschichten, die es bereits neunmal unter die Top 100 Stories geschafft haben. 2023 haben die kreativen handwerklichen Workshops für Aufsehen gesorgt, acht Boutique-Erlebnisse, bei denen die Teilnehmenden interessante Fertigkeiten wie das Schirmmachen, Goldschmieden, Töpfern, Weben oder Drucken entdecken und erlernen können. Die Workshops finden in Werkstätten und Ateliers statt, womit Ljubljana interessante traditionelle Handwerke in der Stadt selbst bewahrt, während auch die Gäste aus aller Welt am Ende weit mehr als nur ein Souvenir mit nach Hause nehmen. Die Workshops sind Erlebnisse, für die man sich Zeit nehmen muss. Und es lohnt sich, denn neben wertvollem Wissen und Fertigkeiten werden Sie auch mit jeder Menge Spaß belohnt. Die Reparatur Ihres Regenschirms ist in anderthalb Stunden erledigt, währen die Herstellung Ihres eigenen Ringes schon mal drei oder vier Stunden dauern kann.
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Jeruzalem: Ormoške lagune – von Industriebecken zum Naturreservat
Die Geschichte des Naturreservats Ormoške lagune ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie aus einem degradierten Gebiet ein Naturreservat werden kann. Das Feuchtgebiet im Ökosystem der Drau am Ufer des Ormož-Sees ist nicht nur ein Brutgebiet für viele gefährdete Vogelarten, sondern auch eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel, denn die Zahl der Zwischenstopper kann hier auch mehrere zehntausend Tiere pro Zugsaison betragen. Die ehemaligen Abwasserbecken der Zuckerfabrik Ormož waren bereits ein wichtiger Lebensraum für Vögel, als die Fabrik noch in Betrieb war. Nach der Schließung der Fabrik wurden diese Becken in ein Naturreservat umgewandelt, das von der Slowenischen Gesellschaft zur Beobachtung und Erforschung von Vögeln (DOOPPS) verwaltet wird. Man hat eine konstante Wasserversorgung eingerichtet, die Becken von Holzbewuchs befreit und unterschiedlich große Inseln angelegt, um die Vielfalt der Lebensräume und Nistplätze zu erhöhen. Heute ist das Gebiet ein beliebter Ort zur Vogelbeobachtung, aber auch zum Entspannen und für Spaziergänge in der Natur und geführte Touren.
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