Der erste, der Slowenien auf die Siegertreppchen der größten Radrennen befördert hat
Primož Roglič begann seine Sportkarriere im Skispringen, wo er schon als Junior Siegerluft geschnuppert hat. Nachdem er 2006 bei der Junioren-WM 2006 in Kranj die Silbermedaille im Teamspringen gewonnen und im Jahr darauf mit seinen Teamkollegen sogar den Siegertitel geholt hatte, musste er seine Liebe zum Wintersport aufgrund einer Verletzung aufgeben.
Doch seine Leidenschaft und sein Kampfgeist ließen ihn nicht lange untätig bleiben, und schon bald stellte sich der junge Roglič neuen sportlichen Herausforderungen. Aus den anfänglichen Radauffahrten auf die Rogla und die Berge der Region Zasavje erwuchsen herausragende Leistungen, die für immer in die Geschichte des slowenischen Straßenradsports eingegangen sind.
Heute ist er als Profiradrennfahrer weltweit unterwegs, doch kehrt er immer wieder nach Slowenien zurück. In seiner radbegeisterten Heimat hat er die Primož-Roglič-Stiftung ins Leben gerufen, mit der er jedes Jahr die Wohltätigkeitsveranstaltung „Goldene Runde mit Primož Roglič“ veranstaltet.
Rogličs historische Erfolge
Die zahlreichen Erfolge von Primož Roglič sind in goldenen Buchstaben in die Geschichte eingegangen: Er war der erste Slowene, der den Gesamtsieg bei einem dreiwöchigen Rennen und beim Giro d'Italia errang. Er ist der erste Slowene, der das Gelbe Trikot des französischen Radsports trug, und fünffacher Gesamtsieger der größten dreiwöchigen Radrennen der Welt.

Durchbruch in die Elite des Radsports
Es gibt nicht viele Radfahrer, die mit 22 Jahren ihr erstes Fahrrad kaufen und drei Jahre später bereits ein Radrennen, die Tour of Slovenia (2015), gewonnen haben. Primož ist sicherlich ein einzigartiges Sportphänomen, der sich von Anfang an das Ziel gesetzt hat, ein vielseitiger Radfahrer zu werden. Zuerst war er nur auf Bergetappen gut; aber zum Glück mangelt es Slowenien nicht an Bergen zum Training. Später wurde er jedoch auch auf flachen Strecken erfolgreich. Er trainierte speziell dafür auf den zahlreichen Radwegen in der Region Dolenjska.
Seine Karriere im Radsport begann er bei KK Radenska und setzte sie beim damaligen Radsportverein Adria Mobil fort, heute KK Novo mesto, dem Veranstalter der Slowenien-Rundfahrt. Genau hier erkannte der „Vater“ der Slowenien-Rundfahrt, Bogdan Fink, dass Primož etwas Besonderes besaß, etwas, das ihn zu den besten Radfahrern der Welt zählen lassen könnte. Dieses sportliche Phänomen wurde auch von Scouts des niederländischen Teams, damals noch Team Jumbo – Visma, Team UCI WorldTour, entdeckt. Heute ist Roglič Mitglied des Top-Teams Red Bull – BORA – hansgrohe.
In den gelb‑schwarzen Trikots der Jumbo – Visma begann er, die Grenzen des slowenischen Radsports zu verschieben und wurde der erste Slowene, der Etappen bei den prestigeträchtigsten Radrennen der Welt gewann. Mit dem Gesamtsieg der Vuelta a España 2019 wurde er der erste Slowene, der einen Gesamtsieg bei einer Grand Tour, einem der drei großen dreiwöchigen Radrennen (Tour de France, Giro und Vuelta), geholt hat. Dass Vuelta a España genau das Richtige für ihn war, bewies er mit drei weiteren Siegen. Damit schrieb er Geschichte als einer von nur zwei Radrennfahrern weltweit, die die Vuelta a España viermal gewinnen konnten. Seine Gesamtsiege bei der spanischen Vuelta sind nicht die einzigen bei den drei großen Rennen. Beim Giro d'Italia 2023 holte er sich das Rosa Trikot des Gesamtsiegers. Den Sieg konnte er sich bereits vor dem großen Finale in Rom sichern, als er die vorletzte Bergetappe, die Fahrt auf den Monte Lussari, unter lautstarkem Anfeuern der slowenischen Fans für sich entschied.
Er ist auch der erste Slowene, der sowohl bei den UCI‑Weltmeisterschaften als auch bei den Olympischen Spielen Medaillen gewonnen hat. Im September 2017 gewann er die Silbermedaille im Einzelzeitfahren bei der UCI‑Straßen‑Weltmeisterschaften in Bergen.Nachdem er die Tour de France 2021 verletzungsbedingt vorzeitig aufgeben musste, "explodierte" er bei den Olympischen Spielen in Tokio im Einzelzeitfahren und wurde nach einer bemerkenswerten Leistung Olympiasieger.