Die Geschichte der Alma Karlin als Reiseinspiration

Würde die Weltreisende und Allrounderin Alma Maximiliana Karlin in der heutigen Zeit leben, wäre sie wahrscheinlich eine populäre Reise-Influencerin. Auch wenn ihr Lebensweg nicht immer mit Rosen gebettet war, sind ihre Reisen auch für die Reisenden von heute eine Inspiration. Alma hat in ihrem Leben mehr als 60 Länder bereist. Sie hat alle ihre Erlebnisse zu Papier gebracht und auf ihren Reisen eine umfangreiche Sammlung von Gegenständen aus aller Welt zusammengetragen. Ihre außergewöhnliche Energie hat auch unsere virtuelle Reiseassistentin Alma inspiriert, die Ihnen gerne dabei hilft, Slowenien zu entdecken. Aber schauen wir zunächst, wer Alma M. Karlin eigentlich war.

alma z blackyjem in waldijem
Quelle: National- und Universitätsbibliothek

Gestatten, Alma Karlin

So bemerkenswert wie ihre Lebensgeschichte ist auch die „Statistik“ von Alma M. Karlin. Hier ein paar der interessantesten Zahlen aus ihrem Leben:

Länder, die sie bereist hat
61
Heimische Orte, die sie durchwandert hat
255
Fremdsprachenkenntnisse
selbst zusammengestelltes 10-sprachiges Wörterbuch, Examen in 8 Fremdsprachen, Esperanto, Grundkenntnisse Chinesisch, Japanisch und Sanskrit
Gesammelte Gegenstände aus aller Welt
840 Gegenstände und 510 Postkarten
Publizierte Texte
27 Bücher

Jetzt bin ich nur noch eine Weltbürgerin. All mein Tun und Lassen muss der Menschheit dienen.

Alma M. Karlin

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Wer ist Alma?
Das Bild wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt.
Almina pot okoli sveta
Quelle: Regionalmuseum Celje

Die unerschrockene Weltbürgerin

Eine Legende des Weltreisetums und Meisterin der Reiseliteratur. Eine Pionierin des Work & Travel, die ihre Weltreise zu Beginn des 20. Jahrhunderts überwiegend mit geistiger Arbeit finanzierte, sich aber auch nicht davor scheute, in Krankenhäusern Bettpfannen zu leeren. Eine Polyglotte, die sich in zehn Sprachen zu verständigen wusste. Eine Influencerin ihrer Zeit, die mit ihren Reiseerfolgen und -berichten die Massen begeisterte. Manch einer hat sogar gesagt, sie hätte für ihren Mut und ihren unbeugsamen Willen einen Nobelpreis verdient.

Ihrer Gesinnung nach war sie eine Weltbürgerin. Eine Nomadin nicht nur geografischer Breiten, sondern auch der geistigen Tiefen, genährt von dem theosophischen Glauben, dass alle Wege zum Gipfel desselben Berges führen. Eine Hobbymalerin mit einem besonders geschulten Auge für Pflanzen, eine Anthropologin, die in allen Ecken der Welt mit großem Eifer Mythen und Legenden, Zauber und Aberglauben sammelte. Und eine Frau mit unbeugsamem Rückgrat, die sich nie gescheut hat, Kriege, Gewalt und totalitäre Regime in Wort und Tat abzulehnen. Das sind Alma M. Karlin und ihre Geschichte, die spannender ist als jeder Abenteuerfilm.

Dem Mutigen gehört die Welt, daran habe ich mich immer gehalten. Wer nicht versucht, die engen Grenzen des ihm ursprünglich gegebenen Horizonts zu überwinden, wer sich nie in die Tiefen des Lebens herablässt und nie die Erde verlässt, um im Geiste in höheren und reineren Sphären zu schweben, der hat zwar gelebt, aber nur wie eine Seidenraupe in ihrem Kokon. Leben heißt, noch Unbekanntes zu erforschen.

Alma M. Karlin

Die Abenteuer des Fräulein Alma M. Karlin

Als sie 1889, zur Zeit Österreich-Ungarns, geboren wurde, sagte man ihr voraus, dass sie nicht lange leben oder geistig zurückbleiben würde. Doch ihr rebellischer Geist, der sie ihr Leben lang begleitete, ließ dies nicht zu. Im multikulturellen London legte sie Examen in acht Fremdsprachen ab und verschrieb sich damit schon früh dem Wissen, der Unabhängigkeit und der Freiheit.

potni list Alme M. Karlin
Quelle: Regionalmuseum Celje

 

In einer Zeit, in der eine Frau entrechtet werden konnte, wenn sie las, schrieb oder reiste, machte sich Alma M. Karlin Ende 1919 auf eigene Faust und mit bescheidenen Mitteln auf eine achtjährige Reise um die Welt. Sie wollte alles wissen, alles verstehen, alles erleben. Sie glaubte fest daran, dass der von ihr gewählte Weg ihr viel mehr bieten würde als das für die damalige Zeit typische Leben einer Frau im kleinbürgerlichen und provinziellen Celje. Die einzigen Dinge, die sie auf ihre Weltreise mitnahm, waren ihr Koffer, ihr handgeschriebenes zehnsprachiges Wörterbuch, und ihre „Erika“ Reiseschreibmaschine, die schon bald zu ihrer besten Freundin wurde.

Müsste ich noch einmal geboren werden, dann wäre ich gern ein Vogel, um reisen zu können.

Alma M. Karlin

Alma verfolgte ehrgeizig ihren Traum, der zweite Kolumbus unter den Weltreisenden und Entdeckern und der zweite Louis Stevenson unter den Abenteuerromanautoren zu werden. Während ihrer Weltreise besuchte sie mehr als 60 Länder. Sie bestritt ihren Lebensunterhalt mit geistiger und körperlicher Arbeit, schrieb Reiseskizzen für zahlreiche europäische und internationale Zeitungen, entwarf literarische Werke, malte Pflanzen und sammelte ethnologische Gegenstände, Aberglauben und Zaubersprüche. In ihrer Reiselust und ihrer kreativen Unruhe könnte ihr heute wohl kaum noch jemand das Wasser reichen.

Das ungewöhnliche Leben der unerschrockenen Alma

Zu ihren Lebzeiten hätte sie vielleicht so mancher als nicht von diesem Planeten bezeichnet, da sie mit ihrer ungewöhnlichen Persönlichkeit, ihrem allumfassenden Wissen und ihrem radikalen Handeln aus so ziemlich jedem Rahmen fiel. Doch sie folgte nur ihrem Traum. Sie ließ sich nicht von strengen Sitten und Normen leiten, sondern von ihrem Drang nach Freiheit und ihrem neugierigen Geist. Sie wagte den Schritt nach vorne und schrieb ihre eigene unglaubliche Geschichte, auch wenn sie wegen ihrer Andersartigkeit oft ignoriert wurde.

Dem Lebensweg von Alma M. Karlin folgen

Ein Körper aus Buchstaben

Obwohl es Alma bewusst war, dass das Leben einer Schriftstellerin dornig sein würde, hielt sie an dieser Berufung fest und entwickelte ihren eigenen unverkennbaren Stil. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben sie ihre Reiseberichte „Einsame Weltreise“, „Im Banne der Südsee“ und „Erlebte Welt“ an die Weltspitze der Reiseliteratur katapultiert. Hunderte von Zeitungen auf der ganzen Welt berichteten darüber. Nach Angaben des Wilhelm Köhler Verlags hätte man ein dickes Buch damit füllen können. Almas Reiseschriften sind als einzigartige und umfassende Berichte über die Länder, die sie besucht hat, von großem Wert.

Das abenteuerlichste Reisetagebuch unserer Zeit … Alma M. Karlin hat keine neuen Länder entdeckt; aber die Abenteuer des täglichen Lebens, die ihr auf ihrer Weltfahrt begegneten, sind spannender und erregender als der Bericht mancher Forscherfahrt.

Deutsche Kolonialgesellschaft

Die Reisen unserer großen Forscher sind, verglichen mit dem, was Alma M. Karlin durchmachte, bequeme Spaziergänge gewesen.

Das Echo, Berlin

Es gab auch zahlreiche spontane Zuschriften tiefgepackter Leser, die Alma M. Karlin ihre Bewunderung zum Ausdruck brachten.

Für Ihre literarischen Leistungen verdienen Sie den Nobelpreis. Ich habe sehr viele Reisebeschreibungen gelesen, aber keine, keine war so wunderbar geschrieben, weil mit Herzblut, wie Ihre.

Generaloberst v. M. in E.

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Quelle: Regionalmuseum Celje

Aus der Wunderkammer

Auf ihren Reisen um die Welt hat Alma M. Karlin zahlreiche Gegenstände gesammelt, gekauft oder geschenkt bekommen. Ihre Sammlung, die heute im Regionalmuseum Celje aufbewahrt wird, ist ein wahre Wunderkammer. Hier findet man eine geheimnisvolle Figur des Li Tieguai, die besondere magische Kräfte haben soll; chinesisches Zeremonialgeld, das bei Beerdigungen verbrannt wird; zahlreiche Fächer sowie einen Kimono – Almas Lieblingskleidungsstück, das sie auch in Celje regelmäßig trug und damit viel Aufmerksamkeit erregte.

Quelle: Regionalmuseum Celje

Hinzu kommen wunderschöne Muscheln, Käfer von enormer Größe und riesige Samen von zahlreichen pazifischen Inseln, ein Hochzeitskleid und ein Beerdigungsgewand sowie Speere aus Papua-Neuguinea, eine silberbestickte Handtasche aus Pakistan und andere Kostbarkeiten. Eine großartige Gelegenheit, Almas einzigartige Reise um die Welt mit einem Besuch dieser einzigartigen Wunderkammer nachzuerleben!

Almas Wunderkammer erkunden

Quelle: National- und Universitätsbibliothek

Zu Fuß durch die Heimat

Die überraschende Entdeckung Ihrer „Reisetagebücher“ aus den Jahren 1934–36 hat gezeigt, dass Alma nicht nur die ganze Welt bereist, sondern als begeisterte Wanderin und große Naturliebhaberin auch fast ganz Slowenien durchwandert hat. Fünf Stunden Wandern waren für sie ein kurzer Spaziergang, sieben Stunden eine ordentliche Wanderung und zehn Stunden eine herausragende Wanderleistung. Und das mit bescheidenem Proviant, in dürftiger Bekleidung und bei unmöglichen Wetterbedingungen. Ihr Lohn war stets die unberührte Natur, in der so mancher kreative Gedanke geboren wurde.

Zu Fuß erkundete sie ihre Heimatstadt Celje und deren Umgebung, Laško, Braslovče und Burg Žovnek, alle bedeutenderen Orte des Oberen Savinja-Tals, einschließlich des Logar-Tals, Jurklošter, das geheimnisvolle Gračnica-Tal, alle Orte zwischen Celje und Rogaška Slatina, Krško und Trška Gora sowie Kozjansko, Gorenjska und andere Teile Sloweniens.

Celje_stari grad

Almas Celje

Obgleich Alma schon fast die ganze Welt gesehen hatte, verschlug ihr die Aussicht von ihrem Hausberg, dem Šmiklavški hrib, oder von der Burg von Celje, der einstigen Residenz der berühmten Grafen von Cilli, noch immer die Sprache. Wir steigen am Hauptbahnhof Celje aus dem Zug, von wo aus Alma früher zu ihrer Weltreise und ihren Streifzügen durch Slowenien aufgebrochen ist, machen dann bei ihrer Statue auf dem Platz Krekov trg halt, bevor wir uns, ihren Spuren folgend, auf Abenteuersuche ins Stadtzentrum begeben.

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Lasko

Laško – Almas Lieblingswanderziel

Wohin führten Almas Lieblingswanderwege in Slowenien? Nach Laško! Die Wanderfreudigen unter Ihnen wird der Aufstieg von Burg Tabor, oberhalb von Laško, auf den Gipfel des Hum zusagen, der für Alma eher ein Spaziergang war. Die botanische Tafel stellt Ihnen die Pflanzen vor, die sie auf ihrem Weg zum Grat mit den sieben Gipfeln skizziert hat. Die beliebte Wanderung führt noch heute auf dem Drei-Kirchen-Weg zu den Kirchen St. Christoph, St. Michael und St. Katharina. Zum Abschluss der Wanderung können Sie im Hotel Špice haltmachen, wo Alma einzukehren pflegte, um ein köstliches Gulasch und ein Bier aus der erstklassigen lokalen Brauerei zu genießen, die heute auf der ganzen Welt bekannt ist.

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Reisen und entdecken Sie Slowenien wie einst Alma M. Karlin

Entdecken Sie Slowenien wie Alma Karlin – mit offenen Augen und Ohren, umweltbewusst und mit einem Sinn für Nachhaltigkeit. Und vergessen Sie nicht, die lokale Küche. Was zu Almas Zeiten hausgemachte Wurst und ein Gläschen Grüner Silvaner waren, sind heute köstliche Spezialitäten, die nach traditionellen Rezepten mit lokalen Zutaten zubereitet werden. Ganz zu schweigen von den edlen Tropfen! Folgen Sie den Spuren von Alma Karlin und entdecken Sie Slowenien.

In Gesellschaft außergewöhnlicher Sloweninnen

Alma M. Karlin hat sich mit ihrer Einzigartigkeit und ihrem Scharfblick einen Platz unter den außergewöhnlichen Sloweninnen verdient. Und von denen gibt es nicht wenige. Man findet sie in Kunst und Kultur, Sport und Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und humanitärer Arbeit. Entdecken Sie noch weitere Namen, die wie Alma Karlin zu spannenden Erlebnissen inspiriert haben.

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Durchreisen, entdecken und erleben Sie Almas Slowenien

Hat Sie beim Lesen der Lebensgeschichte von Alma M. Karlin die Reiselust gepackt? Worauf warten Sie noch? Erkunden Sie das malerische, grüne Slowenien und entdecken Sie noch mehr herausragende Menschen und Orte, die den Namen des Landes im Herzen Europas in die Welt hinaustragen.

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