Die Geschichte Sloweniens

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Slowenien ist international gesehen ein junger Staat, der seit 1991 selbstständig und unabhängig ist. Die Urväter der Slowenen, die Slawen, die sich im 6. Jahrhundert aus den Karpaten kommend im Gebiet des heutigen Slowenien ansiedelten, haben zwar schon im 7. Jahrhundert den ältesten bekannten slawischen Staat, das Fürstentum Karantanien, gegründet, doch blieb dieser Staat nicht lange erhalten.

Bis zum 20. Jahrhundert wurden die Gebiete Sloweniens von fremden Herrschern regiert, die meiste Zeit von den Habsburgern beziehungsweise später von der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. In diesem Zeitraum entstand trotz Unterdrückung und ständigem Anpassungsdruck ein Volk, dem es gelang seine eigene Identität zu bilden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Slowenien Teil des Königreichs Jugoslawien, nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Nach über 70 Jahren im gemeinsamen Jugoslawien haben sich die Slowenen dann einvernehmlich für den Weg in die Unabhängigkeit entschieden. Bei der Volksabstimmung 1990 sprachen sich fast 90 % der Wähler für die Unabhängigkeit aus. 2004 trat Slowenien der Europäischen Union bei und wurde Mitglied der Nato.

Doch das Gebiet des heutigen Slowenien hatte schon vor der Besiedlung durch die Slawen eine reiche und abwechslungsreiche Geschichte. Wir möchten Ihnen gern einen Überblick über die bedeutendsten Epochen der Geschichte von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart geben.

- Vorgeschichte


Das Gebiet des heutigen Slowenien wurde schon vor über 250.000 Jahren von den Vorfahren der Menschen besiedelt. Aus dieser Zeit stammen erhaltene Steinwerkzeuge aus der Höhle in Loza bei Orehek. Etwa 55.000 Jahre alt ist der mit Löchern versehene Knochen aus der Höhle Divje babe, die älteste Flöte der Welt, die im Nationalmuseum Sloweniens aufbewahrt wird.

- Die Zeit der Pfahlbauten

Vor etwa 7000 Jahren entstanden im Moorgebiet von Ljubljana, das bis dahin ein See war, die ersten Pfahlbauten. Im flachen See wurden auf Pfählen Häuser gebaut, die als Besonderheit der damaligen Lebensweise gelten. Als Transportmittel zwischen den Pfahlbauten benutzten die Menschen Einbäume. Die Funde von Pfahlbauten werden im Nationalmuseum Sloweniens aufbewahrt.


- Die Eisenzeit


Das Nationalmuseum Sloweniens und andere Museen bewahren auch zahlreiche bedeutende Überreste aus der Zeit von 1000 v. Chr. bis zum 3. Jh. v. Chr. auf. Zu den bedeutendsten Funden aus der Eisenzeit beziehungsweise der Hallstattkultur gehören die Situla von Vače, die Fürstengräber in Novo mesto und die Ausgrabungen in der Soča-Region.


- Die Kelten


Im 3. Jh. v. Chr. wurde die Haltstattkultur von den Kelten zerstört. Das kriegerische Volk mit guten Kenntnissen in der Schmiedung von Eisen hatte eine starke Armee, die mit Rüstungen und Helmen ausgestattet war. Auf dem Territorium des heutigen Slowenien gründeten sie den ersten Staat namens Regnum Noricum – das Norische Königreich.

- Die Römer


Im 2. Jh. v. Chr. kamen die Römer ins Gebiet des heutigen Slowenien. Sie bauten wichtige Straßen, an denen die ersten Städte entstanden, die bis heute erhalten sind: Emona (Ljubljana), Celeia (Celje), Poetovio (Ptuj), Castra (Ajdovščina). Zu den erhaltenen bedeutendsten Überresten aus jener Zeit gehört die Nekropole in Šempeter im Savinja-Tal.

- Die Slawen und Karantanien


Ende des 4. Jh. fand im Gebiet des heutigen Slowenien eine Schlacht statt, die unmittelbar zum Zerfall des Römischen Reiches in zwei Reiche führte. Im 6. Jh. wurde das Gebiet von Slawen besiedelt, die von den Ausläufern der Karpaten kamen. Die Urväter der Slowenen gründeten im 7. Jh. den ersten selbstständigen Staat, das Fürstentum Karantanien. Dieser älteste bekannte slawische Staat mit dem Mittelpunkt in Karnburg nördlich von Klagenfurt blieb nicht lange erhalten und kam unter die Vorherrschaft der Franken.


- Christianisierung und Feudalismus

Die Slawen waren ein heidnisches Volk. Als im 9. Jh. das Gebiet Sloweniens erst unter die bayrische, dann die fränkische Vorherrschaft fiel, begann auch die Christianisierung des Volkes. Im 10. Jh. begann dann der Feudalismus immer stärker zu werden. Ende des 10. Jh. entstanden dann die Freisinger Sprachdenkmäler (slow. Brižinski spomeniki), die erste Aufzeichnung in slowenischer Sprache, geschrieben in lateinischer Schrift.

- Entwicklung des Handwerks und des Handels


Ab dem 11. Jh. wurden bedeutende Zentren des Glaubens – die Klöster – gegründet. In dieser Zeit entstanden auch mehrere Städte: Kranj und Kamnik (1228), Škofja Loka und Piran (1274), Novo mesto (1365) und Celje (1451). Diese Städte wurden zu Zentren des Handwerksgewerbes und des Handels. Im 12. und 13. Jh. entstanden bedeutende Adelsgeschlechter, die Habsburger wurden immer mächtiger, die Küstenstädte wurden Teil der Republik Venedig.

- Die Grafen von Cilli und die Habsburger

Die Vorherrschaft der Habsburger bedrohte das einzige slowenische Adelsgeschlecht, die Grafen von Cilli, die dann in der zweiten Hälfte des 15. Jh. ausstarben. Das ganze Gebiet des heutigen Slowenien mit Ausnahme der Küstenstädte kam unter die Herrschaft der Habsburger.

- Die Türkeneinfälle und Bauernaufstände


Im 15. und 16. Jh. gab es im Gebiet des heutigen Slowenien heftige Türkeneinfälle. Die Bevölkerung versuchte sich mit dem Bau von Wehrmauern zu schützen. Neben den Kämpfen mit den Türken gab es auch noch Aufstände von Bauern, die wegen der schlechten Abwehr gegen die Türken, aber auch wegen neuer Steuern und der Fronarbeit unzufrieden waren. Die größten Bauernaufstände gab es 1515 und 1572. Die Aufstände hielten bis zum 18. Jh. an.

- Der Protestantismus


Der Protestantismus war für die Entwicklung des slowenischen Volkes von großer Bedeutung. 1550 erschien das erste Buch in slowenischer Sprache des Reformators Primož Trubar: Der Katechismus. Jurij Dalmatin übersetzte die Bibel in die slowenische Sprache. Damit gesellte sich die slowenische Sprache gleichberechtigt zum Kulturkreis anderer europäischer Völker und Sprachen.

- Von Maria Theresia bis zu den Illyrischen Provinzen


Im 18. Jh., während der Herrschaft der Habsburger Kaiserin Maria Theresia und ihres Sohnes, Joseph II., wurde die allgemeine Schulpflicht mit dem Gebrauch der slowenischen Sprache in den ersten Klassen eingeführt. Die beiden sogenannten aufgeklärten Absolutisten ermöglichten auf diese Weise die Festigung des slowenischen Nationalbewusstseins, das einen weiteren Aufschwung während der Vorherrschaft Napoleons erlebte. In den Jahren 1809–1813, als die Illyrischen Provinzen entstanden, verbesserte sich die Stellung der slowenischen Sprache in den Schulen.


- Vereinigtes Slowenien

In der ersten Hälfte des 19. Jh. gab der Dichter France Prešeren der slowenischen Sprache einen neuen Stellenwert, als er mit seinem Werk bewies, dass das Slowenische auch eine Sprache der hohen Kultur ist. Sein Gedicht Zdravljica ist heute die slowenische Nationalhymne. Im Jahre 1848, das Revolutionsjahr des „Frühlings der Völker“, entstand das erste slowenische politische Programm, die Forderung nach dem sogenannten Vereinigten Slowenien. Das Programm forderte die Vereinigung aller Slowenen unter einer Verwaltung und die Einführung des Slowenischen als Unterrichts- und Amtssprache.
 

- Erster Weltkrieg


Der Erste Weltkrieg traf Slowenien sehr hart. Die Slowenen kämpften über drei Jahre lang an der Seite der Österreich-Ungarischen Monarchie an der Isonzofront und auf anderen Schlachtfeldern. Nach dem Zerfall von Österreich-Ungarn 1918 entstand für kurze Zeit der Staat der Slowenen, Kroaten und Serben, der dann mit dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen vereint wurde. Das Königreich wurde von der serbischen Dynastie Karadžordžević regiert.

- Der Verlust slowenischen Territoriums und das erste Jugoslawien


1919 wurde die erste slowenische Universität in Ljubljana gegründet, doch schon ein Jahr danach verlor Slowenien weite Gebiete im Norden und Westen. 1920 fiel Kärnten mit der Volksabstimmung an Österreich, das Küstengebiet mit dem Grenzvertrag von Rapallo an Italien. 1929 hob König Aleksander I. Karađorđević die Verfassung auf und verkündete das Königreich Jugoslawien.


- Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg war für Slowenien besonders tragisch, herrschten doch Befreiungskampf und Bürgerkrieg zugleich. Das slowenische Territorium wurde unter Italien, Deutschland und Ungarn aufgeteilt. Im Widerstandskampf übernahmen die Kommunisten die Hauptrolle, die dann nach der Niederlage der Aggressoren 1945 unter der Führung von Marschall Josip Broz – Tito zuerst eine Volksrepublik, dann die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien gründeten. Slowenien wurde eine der sechs Teilrepubliken Jugoslawiens.

- Nach Titos Tod


Slowenien war das Gebiet Jugoslawiens mit der am stärksten entwickelten Wirtschaft. Nach Titos Tod im Jahre 1980 kam es zu einer großen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Krise. Immer größere Gegensätze unter den einzelnen Nationen und die Zunahme von nationalistischen Parteien führten in den 1990er Jahren zum Zerfall Jugoslawiens.


- Der Unabhängigkeitskrieg Sloweniens


1990 gab es in Slowenien eine Volksabstimmung, bei der sich über 88 % der Wähler für die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit Sloweniens aussprachen. Der Unabhängigkeitserklärung vom 25. 6. 1991 folgte der 10-Tage-Krieg, der fast 80 Menschenleben kostete. Die Soldaten der jugoslawischen Armee verließen Slowenien im Oktober 1991. Zu dieser Zeit hatten schon mehrere Staaten die Unabhängigkeit Sloweniens anerkannt, die meisten taten dies jedoch 1992, als Slowenien auch Mitglied der UNO wurde.

- Der EU-Beitritt und die Nato-Mitgliedschaft


Eins der wichtigsten Ziele der slowenischen Regierung war der Beitritt zur Europäischen Union. Nach mehrjährigen Verhandlungen gelang es Slowenien mit noch neun weiteren Staaten am 1. Mai 2004 der EU beizutreten. Im gleichen Jahr wurde es auch Mitglied der Nato.


- Die Einführung des Euro und die EU-Ratspräsidentschaft


Am 1. 1. 2007 führte Slowenien als erstes neues EU-Mitglied die gemeinsame Währung, den Euro, ein. Als erstes neues EU-Mitglied übernahm es in der ersten Hälfte 2008 auch den EU-Ratsvorsitz.
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Slowenien

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