
Die gastronomische Region, die den Großraum Celje bis Zidani most, das Untere Savinja-Tal und das Šaleška-Tal umfasst, ist sehr fortgeschritten und industrialisiert, aber dennoch beschäftigen sich viele mit der Landwirtschaft und im Unteren Savinja-Tal vor allem mit dem Hopfenanbau. In diesem Teil Sloweniens sind es die touristischen Bauernhöfe, die die traditionelle regionale Küche aufrechterhalten. In den eigenen Landwirtschaften werden knuspriges Holzofenbrot und Potica gebacken, schmackhafte Würste und Schinken erzeugt und aus aromatischer Milch würziger Käse bereitet. Daneben wird gesundes Selbstgemachtes ab Hof zum Verkauf angeboten: heimischer Honig, Apfelessig, Gemüse aus Bio-Anbau, Forellen aus der eigenen Zucht und noch so manche Kostbarkeit. Repräsentativ für diese gastronomische Region ist die Mühle
Soržev mlin in Polže bei Nova Cerkev. Dabei handelt es sich um eine alte Wassermühle, die zum touristischen Bauernhof mit Übernachtungsmöglichkeiten umgebaut wurde und eine Fülle an erstklassigen Getreideprodukten ab Hof verkauft.

Weil sich in dieser fortgeschrittenen Region in den letzten 200 Jahren zahlreiche Einflüsse aus der internationalen Küche festgesetzt haben, sind viele traditionelle, bäuerliche Speisen nicht mehr lokal wieder erkennbar. Diejenigen, die sich ihre lokale Wiedererkennbarkeit erhalten haben, sind dafür beispiellos und lokal wertvoll, wie etwa
frittierte Hopfenspitzen, die zur Hopfenernte im Hopfenanbaugebiet großen Anklang finden.
Die Bäuerinnen kochen mit Vorliebe Suppen mit mehligen Suppeneinlagen wie Reibgerstel und Eintropf, der hier
Forflci genannt wird. Mit Obst und Milch verfeinerte Reibgerstel wird in
Birnenmus gekocht. Im Šaleška-Tal verbreitet ist die
Milchsuppe mit Eintropf und Trockenpflaumen (Mlečna forflcova župa), in der hie und da Hirse mitgekocht wird. Reibgerstel oder Eintropf finden sogar in Pilzsuppen Verwendung. Als Suppeneinlagen sind darüber hinaus verschiedene Fleischnudeln und zweifärbige
Fanclji, gebratene Mehl- und Leberwürfel, beliebt.

Der beliebteste Salat ist der so genannte
Specksalat. Der wird aus Endiviensalat oder Löwenzahnsalat zubereitet und mit gebratenen Speckwürfeln, Knoblauch, Sauerrahm und Essig angemacht. Wie in anderen Regionen auch, wird oft
Sterz gekocht, entweder
Gerstensterz,
Weizen- oder
weißer Sterz,
Kartoffelsterz und
gelber Sterz aus Maisgrieß. Die
Potica wird hier mit Füllungen aus
Sonnenblumenkernen oder
Kürbiskernen,
aufgewärmtem Rahm,
Grammeln,
Haselnüssen,
Estragon und
Minze zubereitet. Natürlich darf die Nuss-Potica nicht fehlen, die generell in ganz Slowenien verbreitet ist und die man im österreichischen Grenzgebiet als Potitze, auch Potizze geschrieben, kennt. Die Nummer eins bei den warmen Desserts sind die
Gluhi štruklji, die in Wirklichkeit gekochte Germknödel sind. Diese werden mit zerlassener Butter, Nüssen und Zucker verfeinert und mit süßer Obstsauce übergossen. Und wenn schon gerade von Süßem die Rede ist, kommt man nicht umhin, das beste slowenische
Schokoladeatelier Dobnik in Pongrac bei Griže zu erwähnen. Hier werden ausgezeichnete Pralinen handgemacht ebenso wie die slowenische Besonderheit,
Fige Prešernove, das sind in weiße und dunkle Schokolade getauchte Feigen, die dem größten slowenischen Dichter France Prešeren (1800–1849) gewidmet sind. Prešerens Feigen sind ein gastronomisches Souvenir mit hohem Wiedererkennungswert.
Diese gastronomische Region bietet sich für Ausflüge und Erkundungen an, zahlreiche natürliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten sowie Museen und Museumssammlungen laden zu Besichtigungen ein. Besonders besuchenswert ist der Kavčnik-Hof in Zavodnje bei Šoštanj, der eine Rauchstube beherbergt, die als südlichste in Europa erhalten geblieben ist. Diese Rauchstube ist Teil des gastronomischen Erbes und der Überlieferung, wie sich die Menschen in alten Zeiten ernährt haben.